Hollywood im Thüringer Wald

(WDR 28.11.18 ///10min..)

Steve Mc Queen in der DDR

Das hätte sich 1964 niemand vorstellen können: während der Neffe aus Halle an der Zonengrenze niedergeschossen wird, weil er seine Tante in Braunschweig besuchen will, fährt ein amerikanischer Superstar in Erfurt mit der Enduro durch die Wälder, als sei alles ein einziger Weltfrieden. Die Nomenklatur in Ostberlin hatte zu den "Sixdays" gerufen, was so in etwa den Olympischen Spielen der Motorrad - Enduro-Geländefahrer entspricht. Und Steve McQueen , der vorher durch die Blockbuster " Gesprengte Ketten" und "Die glorreichen Sieben" als Superstar des Westkinos aufgefallen war, trat als reguläres Mitglied der amerikanischen Mannschaft bei diesem Wahnsinnswettkampf an. Was er nicht ahnte als Spass und T-Shirtfahrer: Er hatte es mit unglaublich trainierten Militaryfahrern aus dem Ostblock zu tun. Keine Chance, zumal er mit einer fetten Triumph Bonneville 650 angetreten ist. Dieses schöne, aber auch schwere Bike trug den schönen Schauspieler in so mancher Kurve geradeaus und versank gerne im Schlamm. Aber dennoch: Für Steve McQueen ein großes Fest und eine Zeit, die er mit seinen Bikerfreunden genossen hat, was man den grossartigen Fotos von Francois Gragnone , der als junger Fotograf dieses Ereignis begleitet , auch in jeder Graustufe ansieht. Man möchte dabeigewesen sein...

Ein Film von Thomas Purschke und Hans-Jürgen Büsch

Fotos: Francois Gragnon / Paris / Galerie I`Instant